
Auch an diesem Monatsfünften trifft sich wieder der Freundeskreis Tagebuchbloggen bei Frau Brüllen, wo man nachlesen kann, was jede*r so macht den ganzen Tag. Dies hier ist mein Beitrag:
Um Punkt Mitternacht begann der Tag damit, dass vor dem Staatsarchiv „Alles Gute zum Geburtstag“ in der Badesalzversion erst einmal für Martin und dann noch weiteres Mal für Lukas angestimmt wurde.
Normalerweise bin ich ja der Ansicht, der Tag beginnt erst nach dem Aufwachen und nicht bereits um Mitternacht, aber heute will ich mal eine Ausnahme machen. Denn heute Nacht musste ich mich gleich ein paar Mal ganz doll ärgern und davon möchte ich berichten.
Ich war gerade auf dem Weg ins Hotel, als ich an den Geburtstagsständchen vorbeikam, denn ich wollte noch das Ende des Fußballspiels Paraguay gegen Frankreich schauen. Mir war nicht bewusst, dass das Spiel gar nicht im Free TV übertragen wurde. Aber zunächst einmal funktionierte der Fernseher auf meinem Zimmer auch überhaupt nicht. Also versuchte ich die Rezeption anzuklingeln, aber auch das Zimmertelefon schien defekt. Nach dreimaligem Klinglen ertönte jedesmal ein Besetztzeichen und die Anzeige „Bitte legen Sie auf“ erschien auf dem Display. Blöd. Eigentlich wollte ich es mir beim Einschlafen bequem machen vor dem Fernseher, stattdessen musste ich jetzt runter zur Rezeption. Der Herr dort sagte mir, mein Telefon sei in Ordnung, doch er musste meine Anrufe wegdrücken, da er sich mit Gästen im Gespräch befand. Um den Fernseher würde er sich kümmern, nachdem er eine Sache erledigt hätte, an der er gerade dran sei. Er käme dann hoch. Er möge bitte auch Duschgel mitbringen, denn der Spender in der Dusche sei nahezu leer, ergänzte ich noch. Nach einer Viertelstunde rief ich an, um zu fragen, wo er bleibt. Er bräuchte noch 10 Minuten, meinte er. Nach einer Viertelstunde war er dann tatsächlich auch endlich da. Und schaute genauso ratlos auf den Fernseher wie ich und drückte auch genauso ratlos auf der Fernbedienung herum, das hätte ich mir also sparen können. Auch das Duschgel nachzufüllen gelang ihm nicht. Aber mit Schuhen in meiner Dusche rumgetappt ist er.
Ach, und der Obstkorb und eine Auswahl Süßigkeiten, die ich mir als Special zur Ankunft aufs Zummer bestellen ließ, waren auch nicht da. Äußerst ärgerlich das alles.
Als er weg war, habe ich mir den Wecker gestellt und bin direkt eingeschlafen. Zu müde zum Blöcke zerschießen.
Mit Kopfschmerzen erwacht, Ibu genommen.
Auf dem Weg zum Frühstück an der Rezeption vorbeigegangen und mich über die Vorkommnisse in der Nacht beschwert. Ich bekam ein kostenloses Upgrade angeboten und durfte nach dem Frühstück umziehen. Immerhin.
Hotelfrühstück mit Blick in eine noch nicht erwachte Heinerfestecke Richtung Herrngarten. Dann Umzug ins Upgradezimmer.
Ein riesengroßes Zimmer mit Kaffeemaschine und Badewanne und Blick in den Herrngarten. Vorher hatte ich Aussicht auf den Fünffingerturm, das war eigentlich noch schöner und das Zimmer roch auch besser, aber ein weiteres Mal umziehen wollte ich nicht.
Ich bettete mich zu einem kleinen Mittagsschläfchen nach der verkorksten Nacht.
Und dann ging es auch schon zum Aufbau und Soundcheck für unseren Auftritt von Kuchen am Pool im Schlossgraben am Heinerfestsonntagnachmittag. Dies auch der Anlass, weswegen ich in Darmstadt war. Als wir letztes Jahr auf dem Rosenhöhefest spielten, wurden wir quasi entdeckt hierfür. Wir seien genau die Richtigen für diesen Slot. Was sich heute dann auch bewahrheitete. Der Auftritt hat uns sehr viel Spaß gemacht und so wie es aussieht, dürfen wir nächstes Jahr wohl auch wiederkommen. Sehr sehr gerne! Ein sehr sehr schöner Ort dieser Schlossgraben. Inmitten des Heinerfests, aber doch irgendwie gechillter als der ganze Rest. Zur üblichen Fanbase gesellten sich netterweise heute auch noch zwei ehemalige Klassenkamerad*innen, so dass wir sogar ein kleines Miniklassentreffen hatten. Leicht angetrunken nach zwei Bier verräumte ich E-Geige und Equipment nach unserem Auftritt ins Auto im nahegelegenen Parkhaus, kehrte zurück in den Schlossgraben und stieg auf alkoholfreies Radler um. Wir hörten Charly Landzettels Darmstädter Mundartsatire zu und dann startete auch schon der Soundcheck der nachfolgenden Band. Klang sehr vielversprechend, allerdings hatte ich mir vorgenommen, jeden Tag auf dem Heinerfest einen weltbesten Mokkaschaumkuss zu essen und heute hatte ich noch keinen, also machten wir uns auf den Weg zum Süßwarenstand. Die Mokkaschaumküsse waren leider bereits ausverkauft und sie bekämen auch morgen keine mehr rein. Skandalös, aber was willste machen. Nahm ich also einen gewöhnlichen. Der war auch sehr gut, nachgetrauert habe ich dem Mokkaschaumkuss aber dennoch.
Dann gabs noch Pasta aus dem Parmesanlaib mit einem weiteren alkoholfreiem Radler.
Platt und müde ging’s anschließend aufs Hotelzimmer, wo ich einen alten Polizeiruf guckte und beim Blöcke zerschießen den Ferseher noch lange weiterlaufen ließ, jetzt wo ich endlich einen funktionierenden hatte.
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