Auch an diesem Monatsfünften möchte ich gerne berichten, was ich den ganzen Tag so gemacht habe.
Dies war nun bereits die dritte Nacht auf dem Campingplatz in der Bretagne. Allerdings die erste, in der ich zumindest halbwegs gut geschlafen habe. Vielleicht sollte ich zur Verbesserung der Schlafqualität demnächst mal das Gespräch mit meinem schweizer Nachbarn suchen, der das Mobilheim direkt neben mir bewohnt. Jede Nacht lädt er sein Elektroauto und jede halbe Nacht bis circa drei Uhr morgens blinkt es dabei fröhlich grün in mein Schlafzimmerfenster hinein. Einen Lösungsvorschlag für das Problem hätte ich bereits parat: Wenn er statt vorwärts einfach rückwärts einparken könnte, würde es statt in mein Schlafzimmerfenster in sein Küchenfenster blinken, das wäre fein. Dass hier überhaupt ein Problem besteht, ist ihm vermutlich gar nicht bewusst. Wie gesagt, ich sollte einfach mal das Gespräch suchen, damit er die Möglichkeit bekommt, hier Abhilfe zu schaffen. Er scheint allerdings einen anderen Tagesrhythmus zu haben als ich, daher ist es mir bislang noch nicht gelungen, mit ihm zu reden.
Der erste morgendliche Blick in den Spiegel verriet, dass mein Nachtschlaf nicht nur vom Ladevorgang des Elektroautos gestört wurde, sondern zudem noch von einer Mücke, die mir ins Augenlid gestochen hatte. Mein Antlitz glich dem einer Preisboxerin, oha.
Und nun zu den guten Dingen. Meine Mannheimer Campingplatzfreunde haben mir hier für meine erste Woche ein ganz großartiges Frühstücksabo angeboten. Croissants frei Haus jeden Morgen auf meine Terrasse geliefert, ganz wunderbar. Heute ein normales und ein Schokocroissant, hurra. Marmelade dazu und eine Tasse Kaffee – perfekt!
Nach dem Frühstück folgte der tägliche Kampf mit der Dusche. Die Halterung für den Duschkopf ist nämlich so angebracht, dass das Wasser sehr weit oben relativ waagerecht nach vorne einfach nur an die Duschtür prasselt. Vielleicht haben sehr große Menschen eine kleine Chance, ein paar Tropfen abzubekommen, who knows, ich jedenfalls nicht. Inzwischen beherrsche ich ein Repertoire aus drei Varianten, mit dieser Situation umzugehen:
1. Duschkopf in die Hand nehmen. Dabei wird man gut nass, aber man hat halt eben nur noch eine Hand frei.
2. Mit beiden Händen eine Art Tannenbaum über dem Kopf formen, dabei mit den Fingerspitzen in den Duschstrahl hineinstechen. Dadurch rieselt einiges an Wasser auf einen herab, wohin genau, lässt sich allerdings nicht ganz zielgerichtet steuern. Oder ich habe einfach noch nicht die nötige Perfektion bei dieser Technik erreicht.
3. Den Duschkopf zur seitlichen Wand der Duschkabine drehen und quasi über Bande nass werden.
Variante 3 klappt aktuell am besten, aber so richtig toll ist das alles nicht. Sollten Sie eine weitere Idee haben, lassen Sie es mich gerne in den Kommentaren wissen.
Frisch geduscht ging es dann zur ersten Probe des Campingplatzchors. Von Dienstag bis Samstag ist jeden Morgen Chorprobe von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr (Oder bis 13:00 Uhr? Ich habe nicht genau auf die Uhr geschaut), um dann am Sonntagabend bei der wöchentlichen Scène Ouverte vier Stücke zum Besten zu geben. Diese Woche „I want to travel“, „Don’t stop me now“, „Holding out for a Hero“ und „Take the long way home“. We‘ll see.
Nach der Chorprobe besuchte ich die Mannheimer, die mich zum Mittagessen eingeladen hatten. Es gab Wraps, supi. Eine prima Mittagspause mit leckerem Essen und angenehmer Gesellschaft.
Nach dem Mittagessen war noch Zeit für ein klitzekleines Mittagsschläfchen, bevor ich dann auch schon zur nächsten Probe aufgebrochen bin, diesmal mit Geige.
Am Samstag spiele ich zusammen mit den Pièrrolos und zwei weiteren Special Guests ein Konzert hier auf dem Campingplatz – Voyage sentimental – dafür probten wir von Drei bis kurz vor Sieben, so dass noch ein Viertelstündchen Zeit blieb, um noch ein paar Dinge in dem kleinen Campingplatzladen zu besorgen, der um viertel nach Sieben schließt. Unter anderem Baguette und Rilettes fürs Abendessen auf meiner Terrasse.
Bon appetit!
Und gleich schaue ich noch Sonnenuntergang.
Viele weitere WMDEDGTs sind wie immer bei Frau Brüllen zu finden.

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